Verein Partnerschaftskomitee Aachen - Reims e. V.

Aktuelles - Archiv 2005

Übersicht

Heinrich-Schütz-Chor gab Konzerte in der Partnerstadt Reims
AZ, Mittwoch, 21.12.2005

Der Aachener Heinrich-Schütz-Chor, der von Dieter Gillessen geleitet wird, hat Aachen bei zwei Konzerten in der französischen Partnerstadt Reims hervorragend vertreten. Die Reise in die Metropole der Champagne war auf Einladung der Stadt Reims und durch persönliche Kontakte des Chorvorsitzenden und ehemaligen Kanzlers der Aachener Fachhochschule, Peter Reusch, zustande gekommen. Die sehr gut besuchten und mit viel Beifall bedachten A-capelle-Konzerte mit Werken aus verschiedenen Jahrhunderten in der spätromanischen Kirche von Vrigny und der Kirche St. Jacques in Reims fanden im Rahmen des vorweihnachtlichen Konzert- und Kulturprogramms der Stadt statt. Die Aachener zeigten sich tief beeindruckt von der herzlichen Gastfreundschaft, mit der sie von den Reimser Bürgern und den Vertretern des Partnerschaftskomitees empfangen und während des Wochenendes begleitet wurden. Es kam auch zu einer kurzen Begegnung des Heinrich-Schütz-Chors mit einer Chorgemeinschaft aus Canterbury, der englischen Partnerstadt von Reims, die am selben Wochenende in der Champagne war.

Heinrichschuetzchor

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Eine beeindruckende Erfolgsserie in Reims
ATG-Läufer bei traditioneller Laufveranstaltung auf den Siegerplätzen. 16 Sportler traten die Reise an.

Reims: Champagner satt wie zu besten Schumacher-Zeiten und Rekorde gab es für die ATG-Leichtathleten im französischen Reims. Nachdem im Vorjahr die Läuferinnen auf der 10-km-Strecke die Plätze zwei, drei und sechs erkämpften, gab es nun einen Doppelsieg von Kristina Ziemons und Claudia Leschnik, im Sprint nur Sekunden voneinander getrennt. Auch die Plätze fünf und sieben bei den gut besetzten Läufen mit mehr als 3000 Teilnehmern belegten mit Andrea Servas und Sandra Peters ATG-Frauen. Im Halbmarathon verpasst der ATG-Spitzenläufer Philipp Nawrocki als 19. seine Bestzeit nur knapp, er hatte noch den Berlin-Marathon in den Beinen. Auf den zehn Kilometern liefen Thomas Tanz, Bernd Elbert und Herbert Laeven neue Bestezeiten. Die traditionelle Tour nach Reims wurde erneut im Rahmen der Städtepartnerschaft Aachen-Reims durch Hanelore und Peter Servas vom Partnerschaftskomitee Aachen-Reims organisiert. Sie dient den Athleten als Vorbreitung für den 43. ATG-Winterlauf am 11. Dezember (die Veranstaltung ist bereit komplett ausgebucht). Der Bürgermeister der Stadt Reims sprach bei der Siegerehrung aufgrund der eindrucksvollen Aachener Erfolge bereits eine besondere Einladung für 2006 aus. Champagner gab es dieses Jahr nicht nur auf dem Podium, auch das Kulturprogramm führt die ATG-ler ins Champagner-Museum der Stadt.

In diesem Jahr waren 16 Sportler in Reims dabei – so viele wie nie zuvor. Dabei konnten nicht alle Interessenten der rasch wachsenden LTG-Laufabteilung berücksichtigt werden. Organisator Peter Servas durfte nicht nur Pokale aus Reims mitbringen, auch der Wunsch anderer Sportvereine, einen ähnlichen Austausch zu initiieren, wurde an ihn herangetreten: „es lohnt sich nicht nur sportlich.“

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Aachener Zeitung, 05.09.2005
Wenn dieser Künstler malt, dann ist das "fast wie Yoga"

Ausstellung des Reimsers Alain Maison. Partnerschaftskomitee vermittelte.
Von unserer MitarbeiterinUlrike Sinzel

Aachen. Keine Psychologie. Keine bunten Farben. Nur Formen will er aufzeigen: Der französische Künstler Alain Maison ist für drei Monate aus Reims nach Aachen gekommen. Dass er sich vor allem mit beobachteten Formen beschäftigt, bedeutet nicht, dass sich die Intention seiner Gemälde schnell erfassen ließe.

Ganz im Gegenteil: Um seine fundierte Auseinandersetzung mit Philosophie und den wahren Charakter des Bildes erkennen zu können, muß man das Bild erst einmal auf sich wirken lassen: "Man müsste sich eigentlich für jedes Werk genauso viel Zeit lassen, wie Alain Maison für seine Entstehung gebraucht hat", sagt dazu Klaus Grünke, Geschäftsführer des Atelierhauses in Aachen, wo die Kunstwerke ab Mitte nächster Woche ausgestellt werden.

"Französische Künstler verbinden ihre Werke oft mit einem philosophischen Hintergrund", weiß Meike Thüllen, die den Aufenthalt des jungen Künstlers sponsert. Zustande gekommen war der Kontakt durch Wolf Steinsieck, den Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Aachen-Reims. "Wir sind sehr stolz, dass wir diesen begabten Künstler nach Aachen holen konnten", freut er sich.

Drei Gemälde und 20 Zeichnungen hat Maison gemalt, seit er im Juli nach Aachen kam. Nebenbei hat er viele Künstler getroffen und Museen in Aachen, Düsseldorf und Köln besucht. Dass er nach einer persönlichen Krise vor zwei Jahren wieder angefangen konnte zu malen, verdanke er einer Skulptur, verriet Maison. "In dieser Skulptur habe ich mich selbst dargestellt. Wenn ich jetzt male, stelle ich mir vor, wie mein Körper und die Realität aufeinander treffen." Um das Wahrgenommene malen zu können, versetze es sich in einen meditationsähnlichen Zustand: "Das ist fast wie Yoga". Inspirieren lässt er sich bei seinen Gemälden auch von Cezannes und Giacomettis Mentalität, sowie vom Expressionismus. "Und von den deutschen Philosophen", fügt er hinzu, "die sind die besten".

Ausstellungsbeginn und ÖFFNUNGSZEITEN:
Zur Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 07.09.2005, um 19:00 Uhr, wird der Aachener Musiker Schenkelberg französische Melodien auf dem Akkordeon spielen. Die Ausstellung wird dann bis einschließlich 13.09.2005 dienstags bis freitags von 9.30 – 15 Uhr, mittwochs von 9.30 – 20 Uhr und sonntags von 12 bis 15 Uhr im Atelierhaus Aachen, Süsterfeldstr. 99, zu sehen sein.
(Photo folgt)

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Aachener Nachrichten, 09.09.2005
Matt sind die Farben, bizarr die Formen

Der Künstler Alain Maison aus der Partnerstadt Reims bewegt sich auf den Spuren von Cézanne und Giacometti. Seine reifen Bilder aus der Schule des Sehens sind bis kommenden Dienstag im Atelierhaus Aachen zu sehen.

Von unserer Mitarbeiterin Ingrid Peinhardt-Franke

Aachen: Matt sind die Farben der Bilder von Alain Maison, Grau und müdes Lila, schwaches Gelb, immer wieder Schwarz und gebrochenes Weiß bestimmen die Optik. Doch die Formen haben es in sich. Bizarr bricht sich das Licht in Porträts und Figuren, deutlich, schroff und nuancenreich entfallten sich die Zeichen und Gestalten in der zurückhaltenden Colorierung.

"Eigentlich male ich Schwarz-Weiß-Bilder", sagt der Künstler aus der französischen Partnerstadt Reims. "Es geht mir nicht um die Farbe, es geht immer um die Form." Eine Analyse des Sehens ist sein Weg und Ziel zugleich – mit philosophischem Hintergrund wandelt Alain Maison auf den Spuren von Cézanne und Giacometti. Während der eine versuchte, architektonische Bildstrukturen in seinen Eindrücken von der Welt nachzuweisen, lebte der andere in einer existenzialistischen Welt, die alle Bereiche des Lebens in einen großen philosophischen Zusammenhang stellt.

Nicht nur der profunde theoretische Hintergrund macht den Maler Alain Maison interessant. Es geht insbesondere um die zeitgenössische Umsetzung dieses Wissens – der Schärfe seiner Analyse ist das schlichte Material angemessen. Alain Maison malt seine großen Formate auf Packpapier, lässt Ränder frei, schneidet die Ränder mit der Schere rund, um das Material und gleichzeitig die Schönheit der Farbverläufe zu zeigen. "Art pauvre" ist die Malerei in dieser Form, reduziert fast auf das Äußerste, das er und der willige Betrachter zur Analyse seines Sehens und seiner Gedanken braucht.

Wolf Steinsieck und Meike Thüllen vom Partnerschaftskomitee haben den jungen Maler mit dem gewaltigen Background bei einem Besuch in Reims entdeckt und waren sofort beeindruckt. Rasch war der Kontakt zum Atelierhaus, in dem Alain Maison derzeit ausstellt, hergestellt. Meike Thüllen sponsert den Gastaufenthalt. Das Ergebnis des dreimonatigen Aufenthalts in Aachen ist nun in einer einwöchigen Ausstellung zu sehen, die Klaus Grünke vom Atelierhaus, Süsterfeldstraße, in seinen straff strukturierten Ausstellungsbetrieb hinein geschoben hat. Bis Dienstag, 13.09.2005, kann die Ausstellung am Freitag von 09.30 bis 15 Uhr und am Sonntag von 12 bis 15 Uhr oder nach telefonischer Absprache unter Telefon 0241/874527 besichtigt werden. (Photo folgt)

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Aachener Nachrichten 21. Mai 2005
Linden wirbt in Reims für ein Ja zur EU-Verfassung

Oberbürgermeister ist auf Leinwand anwesend

Aachen. Wenn in Aachens Partnerstadt Reims am kommenden Montag, 23. Mai, eine große Veranstaltung der Befürworter der Europäischen Verfassung stattfindet, dann ist auch OB Jürgen Linden dabei, zumindest auf einer Leinwand. Den Teilnehmern wird Linden auf Französisch ein Plädoyer für ein Ja zur Verfassung liefern. Da nicht klar ist, ob die Franzosen am 29. Mai mehrheitlich mit Ja stimmen, finden zurzeit zahlreiche Kundgebungen der Befürworter statt.

Der Reimser Bürgermeister Jean-Louis Schneiter hatte seinen Aachener Amtskollegen um Unterstützung gebeten, und dieser kam der Bitte gerne nach.

"Ein Nein zur Euorpäischen Verfassung wäre falsch", wird Linden sagen, "aus der Partnerschaft Aachen appelliere ich: Stimmen Sie mit Ja! Im Interesse der Menschen, die auf unserem Kontinent leben - auch im Interesse unserer Partnerschaft".

"Richtige Richtung"
Es gebe viel Kritik an der Europäischen Verfasung. Natürlich habe sie auch Mängel, dennoch sei sie ein Schritt in die richtige Richtung. Scheitere das Referendum in Frankreich, werde Europa zurückgeworfen.

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Reise nach Reims anlässlich der 60 Jahrfeier zur Beendigung des 2ten Weltkrieges vom 07.-08.05.2005

Teilnehmer der Busfahrt nach Reims vom 07.-08.05.2005
Gruppenphoto vor der am 08.07.1962 eingeweihten Gedenktafel zur Begründung der deutsch-französischen Freundschaft durch Charles de Gaulle und Konrad Adenauer.

Teilnehmer der Busfahrt nach Reims vom 07.-08-05-2005 vor der Kathedrale
Gruppenphoto vor der Kathedrale in Reims.

Teilnehmer der Busfahrt nach Reims

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L'Union
Reims, 25.03.2005
Wolf Steinsieck: francophile éclairé

Le président du comité de jumelage Aix-la-Chapelle/Reims est passionné pour la culture et la civilisation française auxquelles il a dédié sa vie. Wolf Steinsieck (59 ans) est un francophile comme on adore en rencontrer.

Né à Monchengladbach, M. Steinsieck a suivi des études d'histoire, de philosophie, de philologie romane et de pédagogie. Il a mené une carrière de maître de conférence à l'université d'Aix-la-Chapelle, qu'il n'a plus quittée depuis ses humanités.

Raison et passion
S'agissant de la France, il l'a découverte dans son enfance. Son père a occupé un poste à Paris, à l'ambassade d'Allemagne à l'Otan, de 1955 à 1962. Ce qui aurait pu rester une anecdote est devenu un point essentiel de la biographie de Wolf Steinsieck.

Il n'explique pas d'où lui vient son amour pour l'Hexagone.

"Je ne sais pas. Tout ce qu'on a vécu dans son enfance, on l'emporte. J'ai été imprégné de culture française. Dans mon for intérieur, je suis sûr d'être investi d'une mission pour sa diffusion".

En revanche, il sait ce qu'il aime chez nous. "La raison, d'abord. Cette faculté de réfléchir logiquement sur les choses de la vie et sur la vie en commun des sociétés.

La passion ensuite, pour les acquis de la Révolution française, dont je suis un grand fan. Et puis le style, les habitudes de la vie quotidienne, etc."

M. Steinsieck adore "l'humour rabelaisien, la finesse de l'esprit voltairien et le génie moliéresque."

Génie français
"Le génie français m'impressionne". Il a d'ailleurs publié des ouvrages très savants sur certains de nos auteurs. En revanche, la France de la Star'Ac, beaucoup moins: "La France du XXIe siècle est moins passionnante. À la télé, le niveau y est aussi bas qu'en Allemagne, malheureusement".

Même s'il avoue être très attiré par Montpellier, Wolf Steinsieck apprécie sa présidence au comite de jumelage avec Reims.

"Ici, j'ai trouvé une sympathie, un attachement avec Jean-Louis Schneiter, Roger Vache (jumelages) et Henri Desdouits (Reims/Aix) et quelques amis. Je suis très agréablement surpris."

J.-F. Scherpereel

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Echte Erbfreunde
(Bad Aachen, Januar 2005)

"Was Sie in Geschichtsbüchern nicht finden, finden Sie bei Heinz Malangré", beschreibt der Romanist Dr. Wolf Steinsieck das neueste Werk des ehemaligen IHK-Präsidenten zur Städtepartnerschaft Aachen-Reims. Notizen zur Partnerschaft hat der 74-jährige sein Buch genannt, was bei 231 Seiten als schlichte Untertreibung angesehen werden darf. Tatsächlich hat Dr. Heinz Malangré ein wissenschaftlich fundiertes Werk geschaffen, das die Beziehung der beiden Städte aufarbeitet. Das Fazit dieses ersten Buchs über die Städtepartnerschaft fällt dabei ebenso überraschend wie erfreulich aus: Die so genannten Erbfeinde sind in Wirklichkeit Erbfreunde! Mit historischer Genauigkeit gelingt es dem Autor, seine Leser mitzureißen.

Als einer der ersten Leser hat sein Bruder, Aachens ehemaliger Oberbürgermeister Kurt Malangré, dies genossen: Ihm widmete Heinz Malangré das Werk zum 70. Geburtstag. Wer Interesse hat, in die Notizen zur Partnerschaft hineinzuhören, der hat dazu bei einer Autorenlesung am Donnerstag, 20. Januar 2005, im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Partnerschaftskomitees gegen 20 Uhr im Haus Löwenstein Gelegenheit.

Aachen-Reims. Notizen zur Partnerschaft von Dr. Heinz Malangré ist in einer Auflage von 1500 Exemplaren im Verlag M. Brimberg erschienen.
Zum Preis von 21,40 Euro ist es ab sofort im Buchhandel erhältlich.

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STADT Aachen
Presse- und Informationsbüro
Der Oberbürgermeister

Partnerschaftskomitee Aachen-Reims: Vorstand weitere zwei Jahre im Amt

Aachen.- Dr. Wolf Steinsieck wurde auf der Jahreshauptversammlung des Partnerschaftskomitees Aachen-Reims für weitere zwei Jahre im Amt des Vorsitzenden bestätigt.

Auch die übrigen Mitglieder des engeren und weiteren Vorstandes wurden wiedergewählt: Rita Johnen als stellvertretende Vorsitzende, Herbert Stoschek als Schatzmeister sowie Marie-France Aertz als Protokollführerin. Für Schulkontakte und –austausch ist weiterhin Birgit Imbusch-Jung, für Familienaustausch und Reisen Katharina Laschet und für Sport und Präsentationen Georg Schmidt zuständig.

Besonders erfreut war man darüber, dass sich die Zahl der Mitglieder in den vergangenen zwei Jahren von 90 auf 160 fast verdoppelt hat.

Im Anschluss an die Versammlung, die in Anwesenheit des französischen Honorarkonsuls Dr. Francois Briolant stattfand, las Dr. Heinz Malangré, ehemaliger Präsident der IHK Aachen und Mitglied des Partnerschaftskomitees, aus seinem soeben erschienenen Buch „Aachen-Reims, Notizen zur Partnerschaft“ vor.

Für den 7. und 8. Mai plant das Komitee eine Busreise nach Reims zu den Feierlichkeiten der Kapitulation vor 60 Jahren.

acp Info – Nr. 64/05

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OB: In Europa in der ersten Liga spielen
(AN 11.01.2005)

Auf dem Neujahrempfang droht Jürgen Linden den rot-grünen Regenten in Berlin und Düsseldorf mit Ungemach wegen Hartz IV

Von unserem Redakteur Werner Czempas

Aachen: Die Stunde gerät alljährlich zum politischen Genuss. Es ist eine Regierungserklärung. Denn wenn im Krönungssaal Oberbürgermeister Jürgen Linden auf dem Neujahrsempfang zu Hunderten Abgesandten von Vereinen und Verbänden spricht, belässt er es nicht beim freundlichen Dank für ehrenamtliches Engagement. Linden nutzt den Neujahrsgruß stets zu einer Botschaft über die Lage in Land, Gesellschaft und Stadt.

So auch gestern abend im Krönungssaal. Inmitten aller Freundlichkeiten und Visionen hielt Linden dabei Warnendes an die Adresse von Bund und Ländern parat. Nichts mag die missliche Lage deutscher Oberbürgermeister mehr betonen, als sein Wort zur kommunalen Selbstverwaltung.

Die werde seit drei Jahrzehnten, so Linden, von Bund und Ländern deformiert. Nun sei auch die Förderalismus-Komission "grandios gescheitert", so dass der Prozess der Bedeutungsverluste für Städte und Gemeinden weitergehen werde. Linden mit drohendem Unterton: "Wir werden uns das nicht gefallen lassen. Wir werden dort, wo der Durchgriff des Bundes auf die Gemeinden anhält, wo Mittel- und Oberbehörden sich klüger geben als die, die Ortskenntnis haben, mehr als bisher zivilen Ungehorsam üben müssen."

Dem Aachener Stadtoberhaupt aber schwant erneutes Unheil für die gebeutelten Kommunen. Weshalb er, ohne die eigenen Genossen beim Namen zu nennen, die rot-grünen Regenten an Spree und Rhein angeht: "Im März/April 2005 wird Kassensturz nach Hartz IV gemacht. Wenn das mehr oder weniger ein Null-Summen-Spiel wird – kann ich ankündigen –, gibt es ein weiteres Thema für die Landtags- und Bundestagswahl."

Linden sprach von der Reformpolitik, die zu monatelangen Protesten geführt habe. Er befürchtet einen wachsenden Vertrauensverlust in der Gesellschaft: "Der soziale Kitt unserer Demokratie wird brüchig." Es finde eine Art "Demokratie-Entleerung" statt. Linden: "Es geht immer um den inneren sozialen Frieden, wie wir Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität auf Dauer gewährleisten können." Solidarität sei auch der wichtigste Stabilitätsfaktor für eine städtische Gesellschaft. "Wir müssen beweisen", so Linden, "dass in Aachen Gemeinsinn herrscht und wir Aachener zusammengehören." Für eine "Stadt des sozialen Miteinanders" sei ein "Bündnis für Familien" nötig wie auch die ethnische Entwicklung/Migration neu zu gestalten.

Ziele á la Linden: Aachen als Vorzeigeregion in Bildung, Ausbildung und Wissen. Wissen als Rohstoff und Schlüssel zur Zukunft: In enger Verpflechtung RWTH-FH-Firmen den "Kampf um die besseren Produkte gewinnen, das Neueste vom Neuen hier in Aachen entstehen lassen". RWTH als Elite-Universität. Aachen als Motor der regionalen Wirtschaftsförderung im Dreieck mit Eindhoven, Leuven und der Euregio an der Spitze der europäischen Technologieentwicklung.

"Sozialer Konsens"
Der Oberbürgermeister schloss optimistisch: "Aachen positioniert sich neu. Wir haben erkannt: Wir können und wir wollen in der ersten Liga Europas mitspielen."

In seiner Erwiderung griff für die Vereine und Verbände Wolf Steinsieck, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Aachen-Reims, die OB-Worte auf: "Das Zusammenleben aller Menschen in unserer Stadt gelingt nur im sozialen Konsens, als Gemeinschaft des Ausgleichs, des gegenseitigen Respekts, aber auch der gegenseitigen Verpflichtungen der Solidarität und der Menschlichkeit."

Niveauvoll wie die Ansprachen geriet das musikalische Programm: Die "KKG Big Band" des Kaiser-Karls-Gymnasium unter Leitung von Musiklehrer Christoph Kranz begeisterte mit Glenn-Miller-Stücken – Solisten: Inge und Martin Thomas (Saxophon), Christoph Thiele (Trompete). Und auch sie darf ob ihrer Darstellungskunst nicht unerwähnt bleiben: Daniela Driesen übertrug beide Reden in die Gebärdensprache.